Maja 23/09/09

Hallo, Ihr Lieben! Karibu!:-) Nun wird es wirklich Zeit für die nächste Rundmail, in der ich Euch von meinen Erlebnissen und Erfahrungen, von Schwierigkeiten und wunderschönen Zeiten berichten möchte.


Es ist nun Mitte September und die Zeit scheint davon zu fliegen, doch die Hitze und die stehende heiße Sonne bleiben (ich bin schon ganz schön braun gebrannt!!). Mittlerweile ist viel passiert, wir haben die
letzten Wochen hier auf Simba-wa-Yudah sehr genießen können und hatten einen langsamen allmählichen Start in den Alltag des Unterrichtens, des Kinderbetreuens und des Selbstständig-Seins! Die ganze letzte
Woche war hier Ferienzeit angesagt, in der ein Großteil der Kinder nach Haus zu ihren Familien gefahren ist und die paar Verbliebenen hier die Zeit verbracht haben.

Zwar sind auch wir herumgereist und haben zuerst zwei andere deutsche Mädchen-Hanna und Andrea- in Musoma besucht, die wir von den Vorbereitungstagen in Neukirchen-Vluyn kennen, doch war es uns wichtig, dass wir auch hier auf der Schule den paar Kindern ein schönes Ferienprogramm bieten konnten und haben so einige Filmabende, Spiel-Nachmittage und kleine Ausflüge mit den Kleinen+Großen unternommen.
In Musoma war es ganz toll, wir haben in das Halbwaisen-und Waisen-Projekt „FORM“ reinschauen und ein bisschen mitarbeiten dürfen, in welches Hanna und Andrea ihr Jahr investieren, zudem wurden wir in
der tansanischen Familie, in der die Beiden nun zu Hause sind, herzlich empfangen und täglich zum Essen und Plaudern eingeladen.
Sonst haben wir Spaziergänge am Viktoriasee unternommen, waren ein bisschen in Musoma „shoppen“ (falls man das hier sagen kann?!), Pizza essen (das war ein Traum!!) und haben viel gemeinsam gesungen und gequatscht, hatten uns ja schließlich viel zu erzählen.

Geschlafen haben wir dort in einem tansanischen Gästehaus, in welchem ich mehrere nette Begegnungen mit Riesen-Kakerlaken erleben durfte…

Nach ein paar Tagen in Nassa und gegen Ende der Ferien sind wir dann noch für eine Nacht nach Mwanza zu den anderen deutschen Mädchen gefahren, mit denen wir hergekommen sind und die direkt neben unserer Mentorin Beate in einem großen, wunderschönen Haus leben. Auch das war ein tolles abschließendes Wochenende, wir hatten ne wunderbare Gemeinschaft, haben gekocht, gebacken und haben Mwanza unsicher gemacht, obwohl…eigentlich hat Mwanza uns sehr unsicher gemacht, das
erste Mal allein in so einer großen chaotischen Stadt!  Aber schön wars…
Ich habe in den Ferien die ersten frei herumlaufenden Affen gesehen und das gleich 3 Mal:O)!
Und natürlich Fotos für Janina geschossen…. das muss ja sein!
Vor den Ferien noch war hier Examen-Zeit an der Schule, in welcher die Lehrer damit beschäftigt waren, Examen in den Computer zu tippen (was jedoch nur die Wenigsten beherrschen..), auszudrucken und mit ihren Klassen durchzuführen. Die Schüler haben viel gelernt und mussten, wie so oft, sehr fleißig sein und Durchhalt zeigen.

Carina und ich haben tatkräftig geholfen und viel getippt und computertechnisch angepackt, wo Hilfe nötig war, zudem natürlich mit den Kinder gespielt und versucht, ganz für sie da zu sein!

Auch vor den Ferien noch sind wir eingeladen worden, eine tansanische Hochzeit zu besuchen, da eine
Kollegin hier an der Schule von ihrem jetztigen Mann für ganze 8 Kühe gekauft wurde, ohne Scherz! Die Hochzeit, puuh… war vielleicht ein Erlebnis! Nach 4-stündiger Verspätung des Gottesdienstes kamen wir
endlich in den Genuss, das Hochzeitspaar in die Kirche treten zu sehen, nachdem hunderte Chöre, Lieder und Tänze für Stimmung gesorgt haben. Die Kirche war so voll, extrem laut, heiß und bunt, die Heirat
hat lange gedauert und war in Vielem für uns völlig fremd und schwer nachzuvollziehen, doch trotzdem so aufregend und schön! Auch die Feier danach hat den ganzen Tag in Anspruch genommen und ist so garnicht miteiner deutschen Hochzeitsfeier zu vergleichen.

Ich freue mich auf jeden Fall, eines Tages in Deutschland vor den Altar treten zu dürfen. Ohne Kuh-Tausch….
Zurück zum Alltag, nach den Ferien gings hier richtig zur Sache, wir haben unseren Studenplan nun richtig festgelegt, sind nun auf Simba-wa-Yudah „Teacher for all Music and Art“ und haben viele viele Klassen zum unterrichten, womit wir auch schon erfolgreich gestartet haben.
Nebenbei unterrichten  und bilden  wir ausgewählte Schüler und auch Lehrer in Musiktheorie, Gitarren-Spielen und Piano-Spielen aus, um damit hoffentlich nach dem Jahr eine Grundlage zum Weiterführen bilden zu können, da den Tansaniern das Unterrichten in Musik (ausser dem Singen, das kann keiner besser..) und Kunst völlig fremd ist und in der Regel kein Mensch hier Noten lesen kann, geschweige denn, ein Instrument spielen.
Wir haben einmal die Woche einen Mädchen-Abend organisiert, um den Studentinnen der Secondary-Shool eine Jugendgruppe, Gesprächsmöglichkeiten und uns als weibliche Ansprechspartner und Freundinnen bieten zu können, nebenbei ein paar Kekse zu essen und ab und an mal einen Film zu schauen.

Wir haben vor, uns am Chor für den Gottesdient zu beteiligen, um auch so lustig und genial tanzen lernen
zu können, wir es hier alle tun!
Ansonsten bleibt noch der Haushalt mit der Hand-Wäsche, ab und zu das Kochen (wir haben nun einen Kocher, einen Kühschrank und fast voll ausgestattete Küche) wenn uns der Ugali schon aus den Ohren rauskommt, das Einkaufen in der Stadt (das ist immer ne lange und anstrengende Tour) und der Suaheli-Unterricht, dem wir so gut es geht folgen und brav unsere Vokabeln lernen, die überall verstreut in unserer Wohnung hängen.

Nebenan wohnt ein amerkianischer Missionar-Kurt-, der uns eine so große Hilfe und eine wunderbare Freundschaft bietet, mit ihm schauen wir ab und zu ne amerkanische Schnulze oder treffen uns zum Teetrinken.

Jeden Sonntag Abend klettern wir alle gemeinsam auf den großen Berg hier hinter der Schule und bewundern den wirklich einmaligen Sonnenuntergang überm See!
Es geht mir also wirklich gut, wir erleben wirklch viel und habe aufregende und bunte Zeiten, gerade die Arbeit mit den Kindern tut so gut und ist so erfüllend, denn wir können und dürfen hier solch ein
Segen sein und so viel geben.

Der Schulleiter der Schule kümmert sich um uns, wo er kann, hilft uns wirklich sehr und freut sich jeden Tag aufs neue, uns zu sehen und mit uns zu plaudern…

Morgen früh werd ich meine erste Andacht auf englisch halten und bin mal gespannt, wie gut ich mich darin auszudrücken weiß.
Zwischendurch und nicht zu selten überkommt mich die Sehnsucht nach Johannes, nach meinen Freunden und meiner Familie, was einen schon ganz einspannen kann und in Gedanken vesinken lässt und womit ich noch besser umzugehen lernen muss, ein ganz wichtiges Gebentsanliegen an euch! Doch ich weiß in Deutschland alle wohlauf und fröhlich, außerdem von Gott beschützt und getragen und durch Anrufe, Päckchen, Briefe und viele Mails bekomme ich gut mit, was im Norden bei euch so passiert und wie sich die Welt dort weiterdreht (bei euch wird’s nun Herbst, hier Frühling!!).
Fotos kann ich leider leider noch immer nicht schicken, das macht das so langsame Internet hier eindeutig nicht mit, somit muss ich auf einer schnellere Verbindung an einem anderen Ort irgendwann mal warten
oder aber Johannes viele viele Fotos über einen Stick per Post schicken, was schon geplant und ganz bald auch geschehen wird.
Auch mein nächster Rundbrief wird euch bald wieder beglücken und euch viiiele heiße Afrika-Grüße schicken, doch auch für diese Mail euch alles Liebe!
Ich denke viel an euch,

eure Maja

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