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Thomas 27/10/09
Frisörbesuch in Tansania! Friseurbesuch, der ist eine interessante Angelegenheit, für die man nicht allzuviel Zeit einplanen sollte. Es reichen eigentlich ein fixer Einfall auf Kigomas Straßen, wenn die Sonne mal wieder unbarmherzig knallt und 1000 Schilling in der Tasche. In der Erwartung einer angenehmen, wellnessartigen Behandlung, einer aufgedonnerten Rastafari-Frau und dem neuesten Klatsch und Tratsch aus der Stadt betrete ich den Friseurladen. Wer des Kisuaheli nicht mächtig ist und die Schilder nicht lesen kann, achte einfach auf die schwarzen Haare, die vor der Tür liegen. Also rein in den Laden und auf einem der weichen, wenn auch etwas durchgesessenen Sofas platznehmen. Schon bald werde ich hereingebeten. Vorher habe ich mir natürlich schon an dem ausgehängten Plakat internationaler Fußballstars eine passende Frisur ausgesucht, zur Auswahl stehen etwa 45 verschiedene Frisuren. Auf dem Stuhl platzgenommen, suchen meine Augen vergeblich nach Scheren, einem Kamm oder einem Fön. Stattdessen wird einem die Frage gestellt, ob die Haare komplett abgeschoren werden sollen. „Natürlich nicht, Mann!“ Die Frage nach meiner Auswahl aus den 45 verschiedenen Frisuren erübrigt sich, da der gute Herr mit einem elektrischen Haarschneider einfach anfängt. Es gibt nur eine Länge. Nach dem ersten Schnitt quer durch meine Haare muss ich schlucken und sinniere darüber nach, ob ich wirklich einen so riesigen Krater in der Haarpracht habe oder ob der Dreck auf dem Spiegel das Ergebnis verzerrt. Dem Gelächter der draußen wartenden Kollegen entnehme ich, dass es besser ist, nicht mehr in den Spiegel zu gucken und sich lieber überraschen zu lassen. Nach ungefähr 6 Minuten kann ich den Friseurladen mit der Gewissheit verlassen, eine aerodynamische 7mm-Frisur und für die nächsten Monate Ruhe zu haben.
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